Springtime for Hitler/Loew book-Review

Kurt Lhotzky kurt.lhotzky at SPAMchello.at
Wed Jun 21 16:57:52 MDT 2000



----- Original Message -----
From: Mark Jones <jones118 at lineone.net>


>(I wrote a rather vitriolic review about Loews book for a trade-union
> magazine - but it´s all in German. If someone is interested in it, I can
> post it separetely from this list!)
>
>
Post it, to here or to L-I. German is the mother tongue of Marxism, anyway.

Here it is:


Konrad Löw
Das Rotbuch der kommunistischen Ideologie
Langen Müller

Wenn der Leiter der "Fachgruppe Politik der Gesellschaft für
Deutschlandforschung" in die Tasten greift, um im Gefolge des "Schwarzbuch
des Kommunismus"  und gar mit einem Vorwort des Herausgebers des besagten
Bestsellers, Stéphane Courtois, das idelogische Unterfutter für die These
"Marx & Engels - Die Väter des Terrors" zu liefern, ist allerhöchste
Vorsicht geboten. Denn hier weht der rechte Zeitgeist, dass sich die Zitate
nur so biegen - und derer gibt es nicht wenige, denn Löw versucht, durch
eine "Reader´s Digest"-artige Auswahl aus den Schriften von Marx und Engels
nachzuweisen, dass beide 1) miese Charaktere, 2) blutrünstige Terroristen
und c) die Väter allen Übels sind, das je über die Menschen gekommen ist.
Die Methode Löws steigert sich dort ins Absurde, wo ihn die (gemeinsame)
örtliche Herkunft von Engels und - Joseph Goebbels (Barmen/Elberfeld)  zu
"tiefschürfenden" charakterlichen Vergleichen bemüßigt. Dass der
konservative deutsche Professor als Beweis für seine Theorien über den
"autoritären" Marx ausgerechnet Anarcho-Stammvater Bakunin in den
Zeugenstand ruft, kann niemanden mehr wirklich verwundern.
Wenn wir das ideologische Beiwerk des neuesten Marx-Töters beiseite lassen,
reduziert sich seine Aussage auf eine alte, dadurch aber nicht ernsthaftere
Kernaussage: Revolutionen sind pfui. Damit gleitet Löw genau in die Tiefen
jenes neu-rechten Ahistorismus, der bereits in der Großen Französischen
Revolution "das Böse" ortet. Warum aber im Verlauf der Menschheitsgeschichte
Revolutionen stattfinden, bleibt im mystischen Dunkel. Letztlich landen die
Löw und Co. bei mehr oder minder hermetischen Verschwörungstheorien - womit
sie ihrem konservativen Weltbild aber eigentlich nichts gutes tun. Oder
spricht es etwa für die Stabilität ihrer heißgeliebten Ancien Regimes, dass
sich diese durch mehr oder minder sinistre Umstürzler mir nichts dir nichts
aushebeln lassen?

Kurt Lhotzky



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