(German) Argentina: Crisis of the lemon republic

Hinrich Kuhls kls at SPAMmail.online-club.de
Tue Jan 2 13:53:04 MST 2001


 From an article by Ingo Malcher (Buenos Aires) in this month's Sozialismus
magazine:

Argentinien - die Krise der Zitronenrepublik

[...]
Durch die starre Eins-zu-Eins-Dollarparität ist Argentinien für
ausländische Investoren sehr teuer geworden. Seine Zinshoheit hat es an die
USA abgegeben. Die  Euro-Schwäche macht dem überbewerteten Peso das Leben
schwer. Da die Exporte  zum Großteil Commodity-Exporte sind, würde sich
eine Abwertung nicht sofort positiv  auf den Außenhandel auswirken, könnte
aber mittelfristig die Zusammensetzung der Exporte verändern. Derzeit wird
Argentinien Schritt für Schritt desindustrialisiert. Kleine Firmen mussten
schließen, weil sie der Konkurrenz von außerhalb nicht mehr  gewachsen
waren und Multinationale Konzerne wie Shell und General Motors
verlagern  ihre Produktion ins benachbarte Brasilien, weil dort die Kosten
niedriger sind.

Es gibt kein Vor und kein Zurück. Wertet die Regierung den Peso ab, so
wird  befürchtet, würde eine Inflationsspirale einsetzen, da die Wirtschaft
in den Köpfen  dollarisiert ist. Niemand rechnet in Argentinien in Peso,
nur in Dollar. Das geht solange gut, wie die starre Eins-zu-Eins-Parität
feststeht. Eine Abwertung würde  wahrscheinlich zu einer Preissteigerung in
Höhe des Wertverlustes führen. Hinzu  kommt, dass die argentinische
Außenschuld zu 90% in Dollar festgeschrieben ist,  aber um eine
Neuverhandlung der Schuld wird Argentinien ohnehin kaum herum  kommen. Der
harte Wechselkurs wird bald auch nicht mehr zu finanzieren sein. Auf  den
Kapitalmärkten kann Argentinien schon jetzt keine Schuldtitel mehr
platzieren, was bleibt, sind nationale Banken und Rentenkassen. Aber so
überlebt De la Rúa  zumindest die fünf Jahre seiner Amtszeit.
[...]

Full article at:
http://www.sozialismus.de/
http://www.sozialismus.de/01.01/malcher01-01.htm






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