Straight from the (Stratfor) Horse's Mouth

Johannes Schneider Johannes.Schneider at gmx.net
Fri Dec 13 06:28:32 MST 2002


Paul Flewers forwarded from Stratfor:

>
> The German government, the main allied antagonist to the U.S.
> position, signaled its own position quickly. Franz Muentefering,
> parliamentary leader of the ruling Social Democratic Party, said
> Germany would either abstain or vote against a U.N. resolution
> authorizing force when it joins the Security Council next month
> and becomes its chair in February.

This is a sort of interpretation. Here is a dpa (German Press Agency) report
about the Muentefering statement:

Germany sticking to Iraq stand
11 December 2002

BERLIN - The German government will stand by its refusal to take part in any
military strike against Iraq when Germany becomes a member of the United
Nations Security Council from next year, a senior official said Wednesday.

Franz Muentefering, parliamentary leader of Chancellor Gerhard Schroeder's
Social Democrats, said in a newspaper interview that membership of the
Security Council will "change nothing in our position".

Germany becomes a member of the UN Security Council for two years from
January 1.

Muentefering would not say how Germany would vote in the Security Council on
eventual action against Iraq to impose the UN resolution on weapons control.

"On the issue of military action against Iraq we have our own opinion and we
will make this recognizable," he told the Rheinische Post newspaper.

Government spokesman Bela Anda said Wednesday the question of how Germany
would vote was an "abstract debate".

Developments on Iraq could not be forecast and therefore "any statement on a
possible scenario would be inaccurate".

The German government has made it clear that German forces would not
participate in any military strike against Iraq even with a UNmandate.

But Schroeder has assured Washington that the United States would be allowed
to use German airspace and its own military bases in Germany.

Clarifying Berlin's position this week, Anda said Germany's approval would
be guided by UN action.

Iraqi failure to comply with U.N. Resolution 1441, which restarted the
weapons inspection process broken off four years ago, would constitute
grounds to grant the rights, Anda said.

from:
http://www.expatica.com/germany.asp?pad=190,205,&item_id=27548


Here is the relevant section of the Dec12  Rheinische Post interview:
from:
http://www.spdfraktion.de/pa/fraktionsvorsitzender/medien/RheinPost091202Tei
l2.pdf


RP: Den Eindruck rot-grüner Kakophonie könnte man auch in der Außenpolitik
gewinnen. Etwa bei der Frage, ob Waffen an Israel geliefert werden. Wo steht
die Koalition grundsätzlich?
Müntefering: Die Patriot-Raketen bekommt Israel selbstverständlich. Was den
Fuchs-Panzer angeht: das entscheidet der Bundessicherheitsrat. Der tagt
geheim, seine Beratungen werden nicht öffentlich bekannt gegeben. Da gibt es
keinen Kommentierungsbedarf nach draußen.

RP: Mit Blick auf den drohenden Irak-Krieg kommen US-Anfragen immer näher,
etwa
nach AWACS-Überwachungsflügen.
Müntefering: Es gibt solche Anfragen nicht, auch nicht zu AWACS. Deshalb
sollte man sie auch nicht zum Gegenstand öffentlicher Debatten machen.

RP: Der US-Vize-Verteidigungsminister hat sich bereits entsprechend
geäußert.
Müntefering: Wie gesagt: Es liegt keine Anfrage vor. Unsere Linie bleibt:
Keine Beteiligung an einer militärischen Intervention in Irak.

RP: Ab 1. Januar ist Deutschland Mitglied des UN-Sicherheitsrates, ab 1.
Februar
führt es sogar den Vorsitz. In diese Zeit fiele ein UN-Beschluss über das
weitere Vorgehen gegen Irak. Kann die Bundesregierung sich dort eine
Ablehnung erlauben?
Müntefering: Die Situation wird an unserer Position nichts verändern.

RP: Wenn Russland, China, Frankreich und Großbritannien zustimmen, dann
wollen
die Deutschen allen Ernstes mit einem isolierten Nein eine einstimmige
Entscheidung verhindern?
Müntefering: Unsere Position dazu ist ja nicht neu. Wir haben unsere eigene
Meinung dazu. Wir helfen intensiv auf dem Balkan, in Afghanistan und im
Kampf gegen den
internationalen Terrorismus. Neben den USA ist kein anderes Land
vergleichbar engagiert wie Deutschland. Wir müssen uns da nicht verstecken.
Ganz selbstbewusst können wir sagen: Wir tragen unseren Teil bei. Aber wir
haben zu dieser Frage eines Militäreinsatzes im Irak eine eigene Meinung,
und die machen wir auch erkennbar.

RP: Fühlen Sie sich international hinreichend verstanden?
Müntefering: Es ist sicher für Deutschland eine außergewöhnliche Situation.
Die deutsche
Einheit hat die Position unseres Landes verändert. Wir sind ein normales
Land in Europa geworden. Wir haben zu einzelnen Punkten zu internationalen
Fragen eine eigene Position, die sich auch unterscheiden kann von Positionen
anderer Länder - wie jetzt beim Thema Irak. Wir sind überzeugt, dass wir
richtig liegen, deshalb gibt es die unveränderte Position.

RP: Kakophonie gibt es auch zur Frage der Überflugrechte und Nutzung für
US-Basen in Deutschland. Die Grünen wollen dies ablehnen, wenn es kein
UN-Mandat gibt. Was sagt die SPD-Fraktion?
Müntefering: Dass man diese Rechte in irgendeiner Weise verhindern wollte,
das kann ich mir nicht vorstellen.

RP: Das könnte eine Möglichkeit sein, den für falsch gehaltenen Irak-Einsatz
zu
verhindern.
Müntefering: Wir haben nie von Verhinderung gesprochen, sondern davon, dass
wir uns
daran nicht beteiligen. Ich glaube, dass unsere Position plausibel ist, dass
wir sie gut begründen können. Stoiber hatte sich dazu anders geäußert. Wir
nicht.


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